
Quelle: pokerstarsblog.com
Kadir Karabulut
Als Ali Tekintamgac September letzten Jahres von der Partouche Poker Tour disqualifiziert wurde, war er beschuldigt worden, die Hilfe von Bloggern und Fotografen dazu genutzt zu haben, die Karten seiner Gegner auszuspionieren und sich diese per Handzeichen anzeigen zu lassen. Einer seiner mutmaßlichen Helfer dabei war Kadir Karabulut, der nun anscheinend selbst versucht hat, mit Hilfe der gleichen Taktik in einem Event der Holland Casino Dom Classic zu betrügen, dabei jedoch vom stets wachsamen PokerStars Pro Pieter de Korver erwischt wurde.
Es war am Samstag Abend, ca. 30 Spieler waren noch im €1,500 Main Event übrig, als der wohlbekannte Pro aus den Niederlanden nicht nur einen ihm unbekannten Fotografen am Tisch beobachtete, sondern auch wie selbiger Fotograf und Kadir Karabulut sich irgendwie auffällig einander gegenüber verhielten. De Korver beäugte die Aktivitäten für eine Weile und, den Partouche-Vorfall noch im Hinterkopf, meldete seine Bedenken dem Floorman. Durch das kleine verbliebene Feld bemerkten die anderen Spieler relativ schnell, was vorgefallen war und unterbrachen das Spiel vollständig.
Der Turnierdirektor sah sich dazu gezwungen, das Turnier bis auf weiteres anzuhalten, da die meisten Spieler sich weigerten fortzufahren, bevor Karabulut und seine Begleiter nicht aus dem Gebäude entfernt worden waren. De Korvers Verdächtigungen waren anscheinend nicht unbegründet und die Turnierleitung entschied sich dazu, dem Willen der Spieler zu folgen und Karabulut samt seiner Railbirds aus dem Casino zu verbannen.
Abgesehen von einem weiteren, ruinierten Event, hinterlässt dieser erneute Vorfall einen bitteren Nachgeschmack, da er die Frage aufwirft, wie sicher solche Live-Events tatsächlich sind und ob die mediale Berichterstattung zugunsten der Sicherheit einen Schritt zurücktreten sollte.
Sprecher des Holland Casino, Mark Woldberg, sagte der holländischen Presse: "Um solche Probleme in Zukunft zu vermeiden, werden wir prüfen – zusätzlich zu den Regularien, die wir jetzt bereits für Mitglieder Presse haben – ob wir sogar noch schärfere Kontrollen für Blogger und Journalisten einführen werden."
Anscheinend ist das die einzig sinnvolle Lösung, denn alleine die Möglichkeit des Betruges ist in meinen Augen untragbar, da sie ein schlechtes Gefühl mit sich bringt. Und selbst wenn niemand betrügen SOLLTE, können immer noch Verdachtsmomente entstehen, was ganz schnell die Atmosphäre eines ganzen Events zerstört, wie bei der Partouche Tour zu erleben war.
Bleibt zu hoffen, dass Casinos und Pokerseiten eine passende Lösung finden, um die Situation in Zukunft zu beheben, denn ohne aktuelle Berichterstattung, verliert das Spiel einiges an Charme und es könnte Organisatoren große Summen kosten.