
Quelle: pokerstarsblog.com
Fabrice Soulier
Chileader bei der EPT Berlin Tag 2
Credits: Neil Stoddart
Tag 2 des EPT Berlin Main Events zeigte wieder einmal in beeindruckender Art und Weise, dass frühe Tendenzen und eventuelle Vorhersagen in der Welt des Poker keinerlei Bedeutung haben. Wenn man nun noch ein paar der besten Vertreter des Spiels in das selbe Turnier steckt, wird jede Form der Voraussicht komplett hinfällig.
Wenn wir bisher eines aus dieser siebten Saison der EPT lernen konnten, dann nur, dass sich Situationen im Handumdrehen ändern können. Shortstacks doppeln auf, Chipleader scheiden aus und Varianz hat kein Gedächtnis.
Der dritte Tag dieses Events war erneut eine deutliche Erinnerung an diese Gegebenheiten des Spiels, da nicht nur die vorherigen Chipleader Sander Berndsen und Cristian Dragomir bereits an die Rail mussten, sondern auch ein ganzer Schwall von wohlbekannten Pros und Poker-Berühmtheiten gleichermaßen von Fortuna abgestraft wurde.
Team PokerStars sah sich zum Beispiel größtenteils dezimiert, da Teammitglieder Jan Heitmann, Marcin Horecki, Johannes Strassmann, Sandra Naujoks, Arnaud Mattern und Pieter de Korver sich alle nach fünfeinhalb Leveln an Tag 2 ohne Chips wiederfanden. Sie werden ihren Kollegen Luca Pagano, Dario Minieri, Bertrand Grospellier und Liv Boeree an der Rail Gesellschaft leisten müssen. Glücklicherweise hatte PokerStars jedoch vorgesorgt, da sie dieses Mal in noch größerer Zahl als sonst erschienen, was ein wenig mehr Spielraum brachte. Die Teamfahne wird nun noch von Henrique Pinho (518,100), George Danzer (310,500), Sebastian Ruthenberg (278,800) und dem kürzlich zurückgekehrten WSOP-Champion Peter Eastgate hoch gehalten. Jeder von ihnen liegt deutlich über dem Durchschnittsstack.
Mit den vorherigen Chipleadern aus dem Weg und nur noch 119 Spielern im Rennen, musste irgendwer offensichtlich von der ganzen Action an den Tischen profitieren. Besonders erfolgreich in dieser Hinsicht war Franzose Fabrice Soulier, dessen Stack als erster in den siebenstelligen Bereich vordrang. Er beendete den Tag mit ansehnlichen 1,079,400 Chips, was ihm einen mehr als 300,000 großen Vorsprung auf seinen nächsten Verfolger, Alessandro Laubinger aus Deutschland mit 742,400, einbrachte.
Die vermutlich bemerkenswerteste Hand des Tages ging jedoch wieder einmal – wer hätte es gedacht – an Vladimir Geshkenbein, dessen Play ihm dieses Mal sogar Jubelrufe und Applaus einbrachte. Nicht etwa, weil ein preflop Call mit pocket Queens sonderlich ungewöhnlich gewesen wäre, sondern weil seine Eleminierung von Andrey Lobzhanidze die Bubble platzen ließ und damit allen verbliebenen Spielern in der Spielbank Berlin mindestens €7,500 einbrachte.
Freitag wird mit Sicherheit einiges an Poker zu bieten haben, da die Stacks deeper werden und die Auszahlungen langsam ansteigen. Dieses Mal werde ich mich jedoch mit irgendwelchen Vorhersagen zurückhalten, da meine bisherige Erfolgsquote wohl einen deutlichen Mangel an hellseherischen Fähigkeiten offenbart.
Zum Abschluss noch das Leaderboard nach Tag 2:
Fabrice Soulier 1,079,400
Alessandro Laubinger 742,400
Giuseppe Pantaleo 578,500
Thorsten Schafer 541,000
Martin Jacobson 539,400
Henrique Pinho 518,100
Mario Adinolfi 456,000
Darin Kramer 446,500
Alexis Morlet 383,400
Tristan Clemencon 379,400