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EPT Snowfest Final Table – Geshkenbein stoppt eigenhändig die belgische Invasion

Quelle: pokerstarsblog.com

Vladimir Geshkenbein

 

Gewinner des EPT Snowfest

 

 

Wieder einmal hat selbst ein gewaltiger Vorsprung gegenüber der Konkurrenz zu Beginn des Final Tables nicht gereicht, um dem ursprünglichen Chipleader den Sieg zu sichern. Nach einem neun Stunden andauernden, actionreichen Finale, war es der letzte verbliebene Russe im Feld, Vladimir Geshkenbein, dessen selbstgefälliges Benehmen und geistreicher Tabletalk ihm mindestens genauso viel Verachtung einbrachten, wie sie ihm neue Fans bescherten, der sich durchsetzte. Er durfte schließlich die Trophäe über seinen Cowboyhut-bewehrten Kopf stemmen. Geshkenbein kassierte ansehnliche €390,000 für den ersten Platz, sein zweiter großer Titel nach dem Gewinn des APPT Highroller Events in 2009.

 

Bevor jedoch die letzte Szene, in welcher er die Trophäe entgegen nehmen konnte, vollständig war, musste er noch das Ausscheiden sieben anderer Leute überleben, von denen allerdings keiner so recht seinen bequemen Platz im Alpine Palace Hotel Cardroom räumen wollte.

 

Der erste, der an die Rail musste, war Shortstack Morten Mortensen aus Dänemark. Er begann den Tag mit gerade einmal 740,000 Chips, was ihm nicht viel Raum für ausgefallene Moves ließ. Er war relativ schnell im Push-or-Fold angekommen und fand sein Ende, als seine Achter nicht gegen Koen de Visschers A-J bestehen konnten. Immerhin nahm Mortensen €35,000 mit nach Hause, was seinen Ausflug nach Österreich durchaus lohnenswert gestaltet haben dürfte.

 

Nachdem er die "Power" (wie Tony G sagen würde) von A-J erleben durfte, fand sich Ire Denis Murphy wenige Momente später in Versuchung, sein Glück mit der selben Hand herauszufordern, doch wieder machte ein Belgier den Call, diesmal Kevin Vandersmissen, der A-K umdrehte. Drei Outs waren nicht genug für Murphy und er schied auf Platz 7 aus, €49,000 mehr in der Tasche.

 

Die nächste Eleminierung folgte, als diesmal zwei Belgier aneinander gerieten und Philip Meulyzer Opfer von Kevin Vandersmissen wurde. Meulyzer shovte seine letzten 317,000 Chips ebenfalls mit A-K in die Mitte und Vandersmissen callte mit Q-Js. Der AcJh7c barg bereits die Möglichkeit des Suckouts, welcher dann auch seinen vernichtenden Auftritt auf dem River in Form der Queen of Clubs machte, was Vandersmissen Two-Pair gab und Meulyzer auf dem sechsten Platz nach Hause schickte.

 

Zu diesem Zeitpinkt begann Geshkenbein langsam aber sicher seine Weg an die Spitze, während er reichlich Tabletalk provozierte und Aufsehen erregte, wie er es bereis die gesamte letzte Woche über getan hatte. Ein Mann, der gewiss keine Angst vor Konfrotationen hat, ist Rumäne Cristian Dragomir, der einigen von Euch gewiss noch von dieser Hand:

 

 

gegen Phil Hellmuth bei der WSOP 2008 in Erinnerung ist, die ihm damals viele Fans in der Railbird-Gemeinde eingebracht hatte. Er und Geshkenbein hatten sich bereits mehrere Male gemessen und wieder einmal fand er sich in einer Hand gegen den jungen Russen wieder, in der die beiden ihre Chips auf einem Jh6h2d Flop in die Mitte brachten. Dragomir lag zwar mit seinen Achtern leicht in Führung, doch Geshkenbeins KhTh war mit Flushdraw und Overcards weit davon entfernt, tot zu sein. Besagter Flushdraw kam dann auch auf dem River tatsächlich an und ließ Dragomir mit einem winzigen Stack von 170,000 zurück. Kurz danach war er dann gegen de Visscher all-in, doch seine Hand hielt nicht und er verabschiedete sich auf dem fünften Platz für €81,000.

 

Nach einem kurzen Zwischenspiel, in welchem Geshkenbein und Vandersmissen den ein oder anderen Schlagabtausch hatten, fand der Russe sein nächstes Opfer in Form von Giacomo Maisto. Der Italiener war zu Beginn des Final Tables mehrmals preflop all-in gewesen und hatte dabei zweimal aufgedoppelt. Vielleicht hätte er bei dieser Taktik bleiben sollen, denn er fand sein Ende durch eine Hand, die vermutlich im Muck gelandet wäre, hätte er geshoved. Doch er entschied sich nur für den Call und sah einen Qc9s8c Flop gegen Geshkenbein. Maisto checkte, Vladimir setzte und Giacomo ging all-in. Geshkenbein callte und die beiden drehten Q-T bzw. Q-4 um. Dem Russen blieben nicht viele Outs im Deck , doch es war sein Turnier und so zeigte sich die 4h auf dem River und machte es offiziell: Giacomo Maisto schied auf dem vierten Plat für €100,000 aus.

 

Das Erreichen der letzten Drei wurde dann erstmal mit einer Flasche Dom Perignon Rose Vintage 1998 gefeiert, von der Geshkenbein alleine vermutlich mindestens die Hälfte vertilgte, was zumindest seine Redseeligkeit im Verlauf des Abends erklären würde.

Von diesem Punkt an verlief alles erstaunlich schnell. Die Stacks waren alles andere als short, doch all die History und Provokation von Geshkenbein taten ihr Übriges, um die Vorgänge noch zu beschleunigen. Ein paar Hände, nachdem Giacomo Maisto eleminiert worden war, openshovte Koen de Visscher Ac7c, doch Geshkenbein wachte mit pocket Jacks auf und machte den Call. Keine Hilfe vom Bord bedeutete den dritten Platz für de Visscher und €147,000 für sein Konto.

 

Auch wenn das Heads-Up mit millionenschweren Stack begann, dauerte es knappe 30 Minuten, bis die beiden das Ganze über die Bühne gebracht hatten. Die letzte Hand kam, als die beiden es preflop mit A-9 bzw. K-T all-in brachten. Ein geflopptes Two-Pair für Geshkenbein war allerdings genug um letztlich zu gewinnen und Vandersmissen nahm über eine Viertelmillionen mit nach Hause, was Geshkenbeins Aussage "Sei nicht traurig, der zweite Platz ist auch gut," mehr als bestätigte, auch wenn es wahrscheinlich ein wenig anders gemeint war.

 

Der größte Teil des Preispools geht damit an den jungen Kerl aus Russland, der €390,000 und eine schicke Trophäe mit in die Heimat nehmen darf.

 

Die EPT macht nun eine kurze Pause, bevor PokerStars und der gesamte europäische Pokerzirkus sich nach Berlin begeben, um dort den nächsten Main Event auszukämpfen.

 

Unten findet Ihr die offiziellen Ergebnisse des EPT Snowfest Main Event 2011:

 

1. Vladimir Geshkenbein (Russia) €390,000
2. Kevin Vandersmissen (Belgium) €260,000
3. Koen de Visscher (Belgium) €147,000
4. Giacomo Maisto (Italy) €100,000
5. Cristian Dragomir (Romania) €81,000
6. Philip Meulyzer (Belgium) €65,000
7. Denis Murphy (Ireland) €49,000
8. Morten Mortensen (Denmark) €35,000

 

 

 
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